Kopfarbeit und der Hund ist glücklich!

Viele kaufen sich einen Hund, weil es einfach dazugehört. Man hatte als Kind schon einen Hund in der Familie, hat nun selber Kinder, Nachbarn und Bekannte haben auch alle einen und überhaupt! Ein Leben ohne Hund ist sinnlos! Das erkannte auch schon die ein oder andere berühmte Persönlichkeit.

Aber wie sinnhaltig muss denn eigentlich das Leben eines Hundes sein? Braucht er wirklich einen Job? Oder ist er nicht einfach ein Opportunist, der zufrieden ist wenn er geliebt wird und immer einen vollen Magen hat? Hm. Sie spüren sehr wohl, ob sie nur ein nettes Accessoire sind. Oder ob wir ihre Natur ernst nehmen und sie auch ihre hundlichen Bedürfnisse regelmäßig ausleben dürfen. Jagen, rennen, spielen, schnüffeln, kauen, Beute machen, sich im Dreck suhlen, Hundebekanntschaften machen. Das gehört alles zu einem erfüllten Hundeleben dazu! Wenn wir sie schon dazu nötigen, nach unseren Regeln leben zu müssen (der Hund von heute darf ja eigentlich gar nichts mehr), sollten wir ihnen wenigstens ein bisschen Spaß gönnen! Hunde sind glücklicher und zufriedener wenn sie im Familienverband eine Aufgabe zugewiesen bekommen, das Gefühl haben gebraucht zu werden und etwas zu leisten! Je nach Rasse wurde diese „Gebrauchshunde-Eigenschaft“ mehr oder weniger herausgezüchtet. Der Mops hat vielleicht als Gesellschafts- und Begleithund weniger das Bedürfnis als der Hovawart. Also Leute, lasst Euch was einfallen, um Eure Hunde glücklich zu machen! Sie machen Euch doch auch glücklich – sie haben es verdient!

Schon lange nichts mehr geschrieben…

Oh das war jetzt eine lange Pause! Der letzte Beitrag war im Januar und seither ist so viel passiert! Wir waren noch vor der ganzen Corona-Krise Ende Januar mit Magic beim Decken in Graz bei Ari de excubitor und diese Liebe hat Früchte getragen! Exakt 63 Tage später kam Ende März unser B-Wurf vom Vilsfeld zur Welt und wir hatten alle Hände voll zu tun. Sieben Welpen wuselten in der Wurfbox und wurden die kommenden acht Wochen von uns liebevoll umsorgt. Der Lockdown zwang uns zum Zuhausebleiben und Abstand halten. Trotzdem konnten die sieben Zwerge schnell in liebevolle Hände vermittelt werden, worüber wir sehr dankbar sind.

Leider hatte diese Zeit auch ihre Schattenseiten. Unsere blonde Sanja, unser Ömchen, trat ihre letzte Reise über die Regenbogenbrücke an. Nach der Geburt kam sie noch ein letztes Mal zur Wurfkiste und hat mit ihrem so wissenden Lächeln hineingeschaut! Leider wurde sie ein paar Tage später wieder von einer schweren Durchfallattacke geplagt, es kam nur noch Blut. Zudem hinderte sie ein schwere Arthroseschub am schnellen Aufstehen und alles wurde für sie nur noch zur Qual. So entschlossen wir uns schweren Herzens dazu, sie gehen zu lassen, bevor es völlig würdelos wurde. Für mich war dieser Zeitpunkt immer ganz klar: sollte sie eines Tages in ihren Exkrementen liegen oder nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können, ist Schluss. Das Versprechen haben wir eingehalten. Elf Tage vor ihrem 14. Geburtstag.

Die anderen im Rudel durften von ihr Abschied nehmen. Magic schleckte ihr noch einmal kurz über die Nase. Kessy war erwartungsgemäß relativ unberührt. Rigo witterte in die Garage, in dem das Auto mit Sanja stand und war nicht zu bewegen reinzugehen. Er trauerte wochenlang um sie.

Nun ist unser Rudel um einen Hund geschrumpft und viele werden sich denken: warum haben sie denn keinen Welpen behalten? Nein. Jetzt sind unsere erwachsenen Hunde dran. Jeder hat die maximale Aufmerksamkeit bis ans Lebensende verdient. Ein Welpe würde hier wieder sehr viel Zeit und Energie beanspruchen und das wollen wir nicht.

Wir haben nun viel vor! Magic möchte wieder viele Fährten abschnüffeln und Frauchen plant einen Kurzurlaub mit ihr ganz alleine. Kessy soll im Herbst ihre Begleithundeprüfung ablegen und da müssen wir noch ganz viel trainieren! Denn Geduld gehört nach wie vor nicht zu ihren Stärken! Rigo geniesst sein Leben mit seinen Mädels und freut sich über lange Spaziergänge mit Frauchen! Wir lieben unser Dreierrudel und freuen uns auf den kommenden Sommer mit viele neuen Abenteuern!

Hundehaltung in der Wohnung?

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage und Wochen möchte ich heute einen Beitrag schreiben zum Thema „Hundehaltung in einer Wohnung – ja oder nein?“

Es ging damit los, daß wir mittags nach Hause kamen und Sanja nach einer Durchfallattacke den Hausflur optisch und v.a. olfaktorisch umgestaltete. Das kann schonmal vorkommen. Nun ist das bei einem alten Hund so, dass sie die Kraft nicht mehr aufbringen, den Durchfall wenigstens vor dem eigenen Hinterteil fernzuhalten und es landet fast alles im Fell des Hundes. Bedeutete Sanjas Hinterteil duschen, Teppiche waschen, Wände schrubben, LÜFTEN!

Leider war das nun keine einmalige Geschichte, sondern der Durchfall hielt sich hartnäckig über eineinhalb Tage. Vorne bekam sie eine Tablette gegen den Durchfall und drei Sekunden später kam hinten eine dünne Suppe raus. Es war gelinde gesamt schlimm. Sie konnte den Kot nicht mehr einhalten und verlor im Gehen eine Spur und das mehrfach am Tag. Die arme Maus! Nun konnten wir sie ja auch nicht draussen lassen, dafür war es viel zu kalt. Wir waren eigentlich nur noch mit Saubermachen und Sanja duschen beschäftigt und bald nervlich am Ende! Der Tierarzt hatte dann letztendlich die rettende Idee und am dritten Tag hörte der Spuk so plötzlich auf wie er gekommen war. Aber nun zur Ausgangsfrage.

Meiner Meinung nach ist die Hundehaltung in einer Wohnung ohne Gartenanteil oder großer Dachterrasse schon sehr grenzwertig zu sehen.

Solange alle gesund sind, Mensch und Hund, klappt das wunderbar! Einen Welpen kann man auch noch einige Wochen über die Treppen tragen. Aber was, wenn der Hund alt wird? Vielleicht keine Treppen mehr steigen kann und niemand den Hund tragen kann? Es einmal wirklich schnell gehen muss, weil der Hund massiven Durchfall hat und mehrmals nachts raus muss?

Die vielen wunderbaren Momente bei Sonnenschein im Garten und alle Hunde liegen um uns rum, wälzen sich mit Wonne im Gras, verjagen den ein oder anderen Vogel und freuen sich einfach nur ihres Lebens möchte ich auch nicht missen!

Zur Hundehaltung gehört definitiv ein Garten zum Glücklichsein dazu. Sonst sollte man lieber auf einen Hund verzichten – im Sinne des Hundes!

Die Läufigkeit der Hündin – ein Mysterium?

Frisch gebackene Hündinnenbesitzer sind immer ganz gespannt, wann sie wohl eintritt, die erste Läufigkeit ihrer Hündin. Markiert sie doch einen wichtigen Punkt im Leben des Backfischs, nämlich den Übergang von der unbeschwerten Jugend zum Erwachsensein. Also eigentlich ganz genauso wie bei uns Menschen. Genau wie bei den Jugendlichen bedeutet „zeugungsfähig“ noch lange nicht „handlungsfähig“, zumindest nicht in allen Bereichen ;)!

Aber jeder Hündinnenbesitzer wird beobachten, daß die geistige Reife nach jeder Läufigkeit enorm zunimmt. Manchmal sind ganze Quantensprünge im Verhalten bemerkbar und man murmelt ganz verwundert „die ist aber jetzt erwachsen geworden“! Daher sollte man von einer Kastration auch unbedingt absehen, solange die Hündin nicht mindestens dreimal läufig geworden ist. Sonst bleibt sie auf immer und ewig ein unreifes Früchtchen mit kindlichem Verhalten und keiner Chance, hündische Souveränität im Umgang mit Artgenossen zu erlangen. Von den ganzen medizinischen Nachteilen mal ganz abgesehen.

So mach` einer hat tatsächlich etwas Bammel, weil er nicht genau weiß, was mit der Läufigkeit auf ihn zukommt und lässt vorsorglich gleich kastrieren. Aus den o.g. Gründen eine Katastrophe für den Hund und absolut unangebracht. Denn es ist alles eigentlich ganz einfach:

Die Läufigkeit der Hündin hat nichts mit der Monatsblutung bei der Frau zu tun. Während beim Menschen Gewebe abgebaut wird, ist es beim Hund genau andersrum! Die Gebärmutter wird mit Gewebe „aufgedoppelt“, so richtig kuschelig hergerichtet für evtl. befruchtete Eier und ist somit stark durchblutet. Dieses Blut kommt dann auch zum Vorschein und ist anfangs dunkelrot und recht viel. Ein Läufigkeitshöschen empfiehlt sich durchaus bei Wohnungshaltung, sonst sind die Teppiche evtl. ruiniert und nach einem Schüttler haben die Wände ein Punktemuster. Dieser Zustand dauert ein paar Tage, dann verändert sich die Farbe des Blutes und wird von dunkelkirschrot heller und mehr erdbeerfarben. Noch ein paar Tage später und die Blutung kommt fast völlig zum Erliegen und das was noch aus der Hündin tröpfelt ist sehr sehr hellrot bis fleischwasserfarben. Also merken: Kirsche – Erdbeere – Fleischwasser oder um beim Obst zu bleiben Litschi ;)!

Viele denken jetzt ist wieder alles vorbei aber das stimmt nicht! Im Gegenteil! Die „gefährliche Zeit“ kommt jetzt. Die Hündin ist nun in der sogenannten Standhitze und wird sich jedem Rüden anbieten den sie finden kann. Daher kommt übrigens das Wort Läufigkeit – sie sucht ganz aktiv und gezielt nach potentiellen Deckpartnern und läuft auch schonmal weg. Auch wenn sie eigentlich einen fantastischen Grundgehorsam hat. Daher gehört eine läufige Hündin spätestens ab dem Stadium „Litschi“ an die Leine und im Garten beaufsichtigt. Immer! Sie riecht kilometerweit und es kann durchaus vorkommen, daß willige Verehrer eine Stippvisite machen und vor Ihrem Gartentor stehen. Oder in den Garten springen wenn die Hündin schon nicht herauskommt. Den Geruch kann man durch Gabe von Chlorophyll etwas abmildern aber erfahrene Rüden lassen sich keinesfalls dadurch täuschen. Diese Phase dauert nun bis zu zehn Tage und erfordert schon in manchen Fällen ein gutes Nervenkostüm. Bei freundschaftlichem Nachbarschaftsverhältnis sollte man Rüdenbesitzern über den Zustand der Hündin Bescheid geben. Sonst wundern die sich evtl. über mangelnde Fressunlust und Heulkonzerte und wären ihren besten Freund todkrank.

Aber alles hat einmal ein Ende und nach insgesamt ca. drei Wochen ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Ihre Hündin ist nun gedanklich trächtig und evtl. scheinschwanger. Auch wenn sie gar nicht beglückt wurde gaukelt ihr Hormonstatus genau das vor. Sie wird sich evtl. stark im Verhalten ändern, nicht mehr spielen wollen, immer Hunger haben und viel schlafen. Auch sie ist also nicht krank. In diesem Zustand kann man ihr aber aus dem Stimmungstief helfen, indem man sie viel ablenkt und knapp mit dem Futter hält. So knapp daß sie denkt „Puh das reicht ja grade mal für mich und unmöglich noch für evtl. Babys!“

Während der Läufigkeit meidet man besser zeitlich und örtlich andere Hunde. So kann man sich und den Hunden viel Stress ersparen. Vor der Standhitze würde die Hündin von Rüden stark bedrängt werden, in der Standhitze wäre die Gefahr zu groß daß die Hündin gedeckt wird (und das geht verdammt schnell wenn man es NICHT will) und danach hat sie ihre liebe Not, die Verehrer wieder abzuwimmeln.

Sicher, es sind drei Wochen Ausnahmezustand. Für alle. Aber mit ein bisschen Management locker zu schaffen. Bei mir sind gerade Magic und Kessy zeitgleich läufig geworden. Sie kontrollieren sich jeden Tag mehrfach („Wie weit bist Du schon?“), kuscheln und schnäuzeln und fetzen auch noch mit dem Ball über die Wiese. Wohl gemerkt, wir sind noch im Stadium „Erdbeere“.

Aber es ist einfach herrlich , auch diese Facette bei den Hunden erleben zu dürfen und es gehört einfach dazu. Sie sind in dieser Zeit und vor allem danach sehr anhänglich und liebebedürftig. Geniesst die Zeit, sie ist wunderschön!

Der alte Hund

Mit fast 14 Jahren kann man dann schon von einem alten Hund sprechen. Im Falle eines Hovawarts sogar von einem sehr alten Hund. Bei großen Hunden spricht man bereits ab acht bis neun Jahren von „alt“. Da merkt man das beim Hovawart noch nicht so sehr und der Hund selber glaubt auch nicht daran. Trotzdem kann man schon darauf achten, den Alterungsprozess bestmöglich zu begleiten. Hierzu im folgenden Beitrag einige Tipps:

Das Wichtigste ist tägliche angemessene Bewegung. Wer rastet, der rostet trifft hier in besonderem Maße zu! Keine Gewaltmärsche oder schnelle Fahrradtouren mehr aber ausgedehnte, spannende Spaziergänge. Bei Rigo (jetzt fast 11) müssen Radtouren noch sein, beim Anblick des Fahrrads wird er wieder der junge Hüpfer von früher! Aber wir fahren langsam und er hat genug Zeit, alles zu erschnüffeln. Bei einem Spaziergang zu Fuß kommt meistens Magic mit. Dann wird der Ball versteckt oder auch mal geworfen und die Zwei kaspern um die Wette damit! Auch Sanja (fast 14) will jeden Tag ihre kleinen Runden drehen. Morgens einmal um den Block, ihre Hausrunde sozusagen und es ist für sie megawichtig alles zu markieren! Nachmittags fahren wir dann mit allen raus ins Grüne, möglichst jeden Tag woanders hin. Das bietet neue „Nachrichten“, Gerüche, Geräusche und Begegnungen und hält den Geist wach. Futter schnüffeln Im Gras oder einen Spaziergänger begrüßen sind ihre Highlights!

Das Alter bringt das ein oder andere Zipperlein mit sich und auch hier sollte man es dem Hund so angenehm wie möglich machen. Ist es sehr kalt und/oder windig, wird schonmal der Hundemantel angezogen, um die alten Knochen vor der Kälte zu schützen. Sind Schmerzmittel nötig ist auf die Magenverträglichkeit zu achten. Schmerzmittel für Menschen sind für Hunde denkbar ungünstig und auch gefährlich! Bitte daher immer mit dem Tierarzt absprechen, welche Mittel gegeben werden! Übrigens sollte ein bis zweimal pro Jahr ein großes Blutbild gemacht werden. Leber- oder Nierenschwäche werden so frühzeitig erkannt und man kann die Ernährung und Medikamente anpassen bevor größere Schäden auftreten.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Carnithin (flüssig) gemacht. Es stoppt den Muskelabbau und hält Geist und Körper fit! Das bekommen meine Oldies jeden Tag.

Besonderes Augenmerk sollte man auf die Verdauung legen. Farbe und Konsistenz des Kots verraten eine Menge über den Gesundheitszustand. Verstopfung oder Darmträgheit kann man wunderbar mit Flohsamen lindern. Wird das Trockenfutter nicht mehr so gerne gefressen (der Geruchssinn lässt nach), kann man das Futter etwas aufpeppen: mit Joghurt oder Fleischbrühe zum Beispiel. Da Sanja stark abgenommen hatte, bin ich bei einer Mahlzeit am Tag auf Frischfütterung umgestiegen, das liebt sie heiss! Sie hat nun auch wieder ihr Normalgewicht. Übrigens sind mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag besser verträglich als nur ein oder zwei Große. Der Anteil an Kohlenhydraten sollte beim Älteren Hund höher sein, dazu leicht verdauliche Proteine wie Geflügelfleisch oder Hüttenkäse und Gemüse füttern. BARF-Ratgeber sind hier eine wertvolle Hilfe!

Während Sanja so viel fressen darf wie sie will, muss ich bei Rigo strikt auf sein Gewicht achten. Nach dem Motto „Essen ist der Sex des Alters“ ist es für den kastrierten Buben manchmal gar nicht so einfach sich zu zügeln. Auch er bekommt mittlerweile mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.

Das Wichtigste zum Schluss: Zuwendung und Liebe! Auch der alte Hund soll das Gefühl haben genauso geliebt und wichtig zu sein wie sein ganzes Leben lang zuvor! Also nicht aufs Abstellgleis schieben, sondern ihm jeden Tag mehrfach zeigen, wie lieb man ihn hat! Hier ein Bild meiner zwei Senioren Sanja (links) und Rigo. Alte Hunde sind etwas ganz Besonderes. Es bedarf nicht mehr vieler Worte um sich zu verstehen.

Jaja, die Hormone…

Was man nicht unterschätzen sollte in einem gemischten Rudel sind die Hormone. Das Blöde dabei ist, daß man es erst merkt, wenn das „Kind in den Brunnen gefallen“ bzw. was passiert ist. Meine Mädels sind ja eigentlich ganz friedlich miteinander. Eigentlich. In schöner Regelmäßigkeit gibts dann doch Streit, meistens ums Essen. Meistens dann, wenn eins der Mädels läufig wird. So wie gestern wieder. Beim Herrichten fürs (Hunde)Abendessen schälte ich konzentriert die Kartoffeln als es plötzlich neben mir krachte und Kessy sich auf Sanja stürzte. HÄÄÄ? Was um alles in der Welt war der Auslöser? Auf alle Fälle zog ich das Kleinteil von Sanja runter, die auf dem glatten Küchenboden schon die Grätsche machte und nicht mehr hochkam. Als ich die beiden Streithennen getrennt und Sanja schnell in das nächste Zimmer bugsiert hatte fiel mir auf, daß von den sieben Kartoffeln nur noch fünf auf der Anrichte lagen. Sollte da vielleicht eine runter gekullert sein und beide hatten ein Auge drauf geworfen? Irgend so etwas war es wohl.

Nach dem Futtern ließ ich die Zwei dann wieder zusammen. Jede schielte misstrauisch auf die Andere oder knurrte leise in deren Richtung. Da ist wirklich eine angemessene Reaktion des Rudelführers gefragt. Fixieren unterbinden indem man sich einfach dazwischen stellt oder eine der beiden wegschiebt. Beruhigend und leise mit ihnen sprechen, daß die ganze Aufregung gar nicht sein müsse. Jedenfalls keine Hektik, keinen Stress, keine weitere „Energie“ in die Geschichte blasen.

Kessy durfte in der Nacht zuerst mit auf meinem Bett schlafen, weil sie sich nicht in ihren Korb traute. Sanja war nämlich der Meinung – obwohl sie bei der Rauferei unten lag – daß sie aus diesem Kampf als absolute Siegerin hervorging! Jedenfalls stapste sie den Rest des Abends mit Schramme an der Lefze mindestens zehn Zentimeter größer umher und schaute sehr zufrieden mit sich und der Welt aus! Sie kloppt sich ja schon ihr ganzes Leben gerne und jeder der Familienmitglieder musste schon mindestens einmal dran glauben. Meistens dann wenn sie läufig wird, dann steigt der Futterneid ins Unermessliche. Einmal wegen einem Quarkbecher (da wars Rigo), einmal wegen einem geklauten Steak (da wars Herrchen!!!) und gestern eben wegen einer Kartoffel. Oder zweien.

Nach einer verbrachten Nacht zusammen (Kessy ging dann doch noch in ihr Bettchen) liefen die zwei Mädels heute schon wieder problemlos nebeneinander her. Keine schiefen Blicke mehr, alles wie immer. Diese Weiber!

Alle auf einmal zum Tierarzt

Vorgestern war Impftermin für alle Viere! Die Jahresimpfung war wieder fällig und auch meine alten Hunde werden nach wie vor jedes Jahr geimpft. Warum? Gerade bei ihnen ist das Immunsystem nicht mehr so leistungsfähig und sie brauchen den bestmöglichen Schutz. Zudem jede Impfung das Immunsystem trainiert. Das ertrugen sie jedenfalls alle mit Fassung.

Bei Sanja und Rigo wurde ein geriatrisches Blutbild erstellt, also quasi eins das speziell die Seniorenerkrankungen erfassen würde. Würde, weil alles tippitoppi bei den Beiden. Nur Sanja hat etwas erhöhte Leberwerte, was aber bei den Kortisongaben wegen ihrer Arthrose nicht verwundert. Trotzdem haben wir ihre Ernährung etwas angepasst und sie erhält nun mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag und abends kein Fleisch sondern Quark oder Hüttenkäse mit Kartoffeln. Das fand sie gestern schonmal richtig klasse! Zudem gibts gemahlene Mariendistelfrüchte zur Unterstützung der Leberzellen.

Da wir nächstes Frühjahr wieder einen Wurf mit Magic planen, wurde bei ihr ein großes Blutbild erstellt. Auch hier ist alles im grünen Bereich, so daß wir nun unsere Deckrüden aussuchen und genehmigen lassen können.

Zu guter Letzt wurde Kessys Lefze untersucht. Vor ein paar Monaten sorgte ein Wespenstich für eine dicke Lippe. So richtig abheilen wollte es die ganze Zeit nicht und seit ein paar Tagen schwoll es wieder an. Nun wird auf Bakterienbesiedlung getestet, bevor wir weiter drangehen.

Jetzt wisst ihr warum die Seite „Rudelwahnsinn“ heisst! Es ist schon Wahnsinn, wie intensiv man sich v.a. um alte Hunde kümmern muss. Das sieht man oft nicht, wenn man einen jungen Hund kauft. Das kostet viel Zeit, Mühe und Geld. Bei Rigo war neulich der Hundefriseur da und hat zwei Stunden seine Unterwolle ausgekämmt. Nach der Kastration ist das Fell regelrecht explodiert und ich hatte selber keine Chance mehr, das auszukämmen. Da musste ein Profi ans Werk! Jetzt sieht er nur noch wie ein dünner Neufundländer aus und fühlt sich richtig befreit! Morgen kommt der Physiotherapeut und checkt v.a. Sanjas Rücken. Sie hat sich irgendwo dolle gezerrt und die Hinterhand ist sehr instabil. Also bitte Daumen drücken, daß wir ihr schnell helfen können!

Mal wieder Hundeplatz

Magic und Kessy hatten heute mächtig zu tun! Zuerst gab es für beide eine Fährte die sie gemäß ihres Ausbildungsstandes lösten! Magic etwas routinierter und sehr engagiert, Kessy engagiert aber wie so oft eher nach ihren eigenen Vorstellungen 😆! Da wartet noch viel Arbeit auf uns!

Nach einem Frühstück für die Hundeführer gabs Lektionen in Unterordnung. Das machte beiden riesig Spaß! Zum Schluss durften sie noch auf dem großen Sportplatz Revieren und nun schlummern sie selig hier neben mir. Solche Tage könnte es öfter geben 🥰!

Der Geist ist willig…

…aber das Fleisch ist schwach! Sanja mit ihren 13,5 Jahren kann nicht so recht an ihr fortgeschrittenes Alter glauben! So kann es schonmal passieren, daß sie dem Ball zwar hinterher will, ihre Hinterläufe aber etwas Anderes vor haben und buchstäblich die Grätsche machen. Degenerative Alterungsprozesse machen die Nervenleitungsbahnen im Laufe der Zeit einfach langsamer. Das ist auch als Mensch der daneben steht nicht immer einfach mit anzusehen. Doch der Hund sollte den Schreck nicht spüren, den man in solchen Situationen schon bekommen kann.

Neulich hat Magic Sanja wirklich nur ganz leicht touchiert, das genügte, sie ist ins weiche Gras geplumpst und ihr blieb förmlich die Luft weg. Sie war so erschrocken (ich auch), aber ich habe sie einfach am Brustgeschirr gepackt, wieder auf die Beine gestellt, sie kurz getröstet und weiter ging es.

Dafür ist sie gestern Abend wieder die Treppe so souverän nach oben gegangen, daß man es nicht fassen kann. Auf ihren Lieblingsplatz auf der Couch springt sie mit etwas Nachdenken und Anlauf auch noch ohne Hilfe. Dafür habe ich ihr jetzt eine Hundetreppe bestellt und bin schon gespannt, ob sie die auch annimmt! Natürlich berichten wir hier darüber!

Unterwegs

Gestern war wieder mal einer dieser magischen Spaziergänge. Alleine mit vier Hovawarten unterwegs, alles ganz entspannt, die Hunde hatten Spaß und konnten in die Donau zum Abkühlen. Sanja stapfte tapfer mit, durfte viele Leckerchen schnüffeln und im Kies nach Spuren der Sommerbadegäste suchen. Magic, Rigo und Kessy sausten über die frisch gemähten Auwiesen, immer dem Ball hinterher oder eben dem Hundefreund mit dem Ball in der Schnauze. Gegenseitig jagen macht Spaß!

Durch die breiten Kiesbänke ist die Donau an dieser Stelle optimal zum Abkühlen! Die Hunde können bis zum Bauch ins Wasser, schwimmen aber nicht gleich. So können sie nicht abtreiben, die Strömung ist dann nämlich weiter Richtung Flussmitte schon recht stark. Auf dem Bild oben Rigo, Magic und Kessy (v.l.n.r.). Was für ein schöner Ausflug!